Wunden lecken in Hue
Samstag, den 20. Februar 2010 um 17:31 Uhr

Der gestrige Trip hatte seine Spuren hinterlassen. Beim Aufstehen spürten wir jeden Knochen und unsere Augen waren stark verklebt. Diagnose: Bindehautentzündung. Oder zumindest, der Schleier des Erfolgs lag auf unseren Lidern. Was tun in Hue? Es gibt die verbotene Stadt und was verboten ist, können wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Gesagt, getan und schon saßen wir wieder auf unseren Bikes und fuhren Richtung verbotene Stadt.

Verbotene Stadt

Man muss sich das Ganze wie eine riesige Mauer vorstellen die komplett um ein Dorf gebaut ist. Ab und an durch einen Wachturm unterbrochen und ganz vorne ein massiver leuchtturmartiger Komplex. Eindrucksvoll in jedem Fall.
Der Eintrittspreis von umgerechnet 2€ schockte uns, die wir schon an die asiatischen Preise gewöhnt sind, zu sehr um uns in die verbotene Stadt zu locken. Von außen betrachtet hat es uns an diesem Tag völlig gereicht. Der Burg- bzw. Stadtgraben und seine schönen Wasserrosen, waren Rahmenprogramm genug.

 

Es war wieder bewölkt aber zunehmend wärmer und so machte das cruisen wieder Spass. Nach ein paar Runden durch die City sahen wir dicke, schwarze "Klötze" aufblitzen. Schnell stellte sich raus das es eine Art Panzerausstellung war und sogar umsonst! Nichts wie hin!

Simon untersucht  einen alten Panzer

Diese Kolosse aus Stahl glänzten so schwarz in der spärlichen Sonne, wie auch ihre Vergangenheit war. Auch hier wieder der Unterschied zu Europa: Bei uns darfst du, wenn du dich glücklich schätzen kannst solches Gerät einmal anfassen. Hier war es eine Freude für Groß und Klein auf ihnen herum zu klettern und die verrücktesten Bilder zu schiessen. Zum Glück nur noch Bilder, denn wenn man so vor ihnen stand, dann wurde einem schnell klar, dass sie eine Menge Angst und Schrecken zu Lebzeiten verbreitet haben müssen.

Um dem wieder einen passenden Kontrast zu geben, fuhren wir geradewegs in die Blumen- und Bonsaiausstellung, ein paar hundert Meter weiter. Die 20 Cent Parkgebühren für unsere Bikes zahlten wir gerne und liefen durch ein Meer von Bonsaibäumen und kunstvoll präparierten, riesigen Wurzeln.

Wurzel

Vom Hunger getrieben suchten wir das von Keith empfohlene "Mandarin" Café. Es sollte sich dieses Mal lohnen. Das Café liegt zwar ein paar hundert Meter ausserhalb der normalen Touri-Fressmeile aber es hat den Charme seines Besitzers. Ein ca. 65 Jahre alter vietnamesischer, passionierter Fotograf namens Phan Cu.

Während man auf sein, wirklich vorzügliches Essen wartet, kann man in seinen gesammelten Werken blättern und kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Bild für Bild ein Meisterwerk über Vietnam und seine Menschen. Die Preise betragen ungefär die Hälfte des "normalen" Standards in Hue und jeden Dong wert!

Auslieferung der  frischen Bananen

Die Suche nach den kaiserlichen Gräbern verlief ohne Erfolg aber wir hatten wieder einmal Glück, das tägliche Leben auf und im Fluss zu beobachten. Die letzten Feiern des Neujahrfestes waren im vollen Gange und der Wochenmarkt stark besucht. Langsam und gemächlich tuckerten wir hindurch. Welch schönes Leben in Hue.
Abends waren wir noch mit der Tien Brücke und ihrer kunstvollen Beleuchtung verabredet. Es sollten bunte Eindrücke und ein perfekter Ausklang für diesen schönen Tag werden.

Die weiteren Bilder auf Flickr.

Bridge in Hue

 

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