Unser Tag auf dem Meer
Donnerstag, den 04. März 2010 um 11:07 Uhr

Unser Rikscha Fahrer "Saroeun" hatte seine Einladung eingelöst und wir waren mit seinem "Tuk Tuk" auf dem Weg über die zerfallene Landstrasse. Es ging vorbei an den Touristenschloessern und an solchen die es in der unberührten Natur noch werden sollten.
Wir erreichten die selbe kleine zerfallene Brücke, die wir bereits gestern entdeckt hatten. Sie führte auf das kleine Island, direkt am spitz zulaufenden Stuck der Küste. Lee, ein Freund von Saroeun und der Besitzer des Bootes, Lohan, warteten schon auf uns. Aber zunächst hiess es alles vorbereiten was man so zum Angeln braucht: Schnur, Haken, Köder. Das sollte dann auch alles sein für diesen Angeltrip. Und falls wir nichts fangen, so versicherten uns Lee und Lohan, gehts raus zum Schnorcheln und sie zeigen uns das Riff. Eine perfekte Alternative in unseren Augen.

 


Wir kramten also die ganze "Ausrüstung" aus Lohans Schuppen. Sein Haus war auf Stelzen gebaut und die ganze Familie lebte um ihn herum verteilt. Unter der verschlagartigen Hütte schaukelte seine Tochter in der Haengematte. Die Huetten waren sehr spärlich und würden in Deutschland nicht mehr als Gartenschuppen durchgehen.
Das Boot, war ein ca. 4m langer Holzkahn, ausgestattet mit einem robustem Motor. Alle Boote lagen am Flussufer des Suesswasserflusses, der aus dem Hochland kommt und welcher in die Meeresbucht mündet.
Eine Bilderbuchoptik wenn man auf der Brücke steht. Mit dem Boot ist es für den Mann vorne Mikado, da er die Steine mit einem Stab abblocken muss und für den der am Gas sitzt, seine ganze Existenz, er war der Besitzer des Bootes. :-)

Aber was mutmassen wir Supernasen hier rum, die Jungens machen das nicht zum ersten Mal. Und so war es auch, alle wie geschmiert, mit zwei drei liebevollen "Felsküssen".
Sihanoukville ist umgeben von kleinen und grossen Inseln. Wir steuerten eine mittelgrosse an, jedoch hatte unsere "James Bond Potential". Zu sehen war nur die kleine Empfangshütte am Korallen Ufer und ein Bagger. Mit dem wurde im Dschungel, auf dem Inseleigenen Berg doch garantiert was Geheimes gebaut. Da waren wir uns sicher. ;-)
Direkt am Riff angekommen hielten wir zwischen den Fischerbooten der Einheimischen. Die "Angelruten" waren, wie schon gesagt, aufgerollte Schnur auf einer Plastikflasche, Blei und Haken. Daran kam ein schmackhaftes Stück Tintenfisch und ab über Bord. Bis auf den Boden gesunken, zog man es langsam wieder hoch bis die ersten Bisse kamen. Dann nur noch das typische "Anhauen", also Ruckartig nach oben ziehen und schon zappelt es.

 

Fischerboot

Alle Fische sahen aus wie aus der Zoohandlung oder des ein oder anderen Aquariums. Äußerst bunt und vielseitige Formen. Fast schon zu schade zum essen, befanden wir aber als Lee die ersten rauszog waren wir von Angelfieber gepackt. Unsere Haken konnten garnicht schnell genug in das Wasser kommen. Und "Zack" hatten wir frühes Angelglück. Wir fingen mehrere Fische, die wir uns alle haben erklaeren lassen und immer mit der Frage:"Can we eat this?". Ja, wir konnten sie alle essen und nach einer halben Stunde fingen wir mehr als die anderen Fischer. Echtes Anfängerglück!
Sie waren zwar alle wirklich nur so gross wie aus der Zoohandlung um die Ecke aber anscheinend werden sie gerne gegessen. Der groesste an diesem Tag sollte um die 25cm sein.
Die Stimmung war entspannt bis zu dem Moment des ersten "Giftfisches". Lee sprang wild auf und ab und befahl uns den Fisch fallen zu lassen und am besten sofort zu töten. Es war ein kleiner friedlich drein guckender, hellbrauner Fisch, mit grossen Stacheln an den Flossen. "Poisonfish", war das einzig brauchbare was Lee antwortete als er dem Fisch, mit dem Beil zu Leibe rückte.

Unser Köder hatte inzwischen Verstärkung aus der Tiefe angelockt und es tummelten sich tausende kleine Fische um das Boot. Der Anblick der Riesenschwärme war so fesselnd, dass wir direkt mit den Taucherbrillen ins Wasser wollten.
Das Riff lag unter uns wie ein riesiger Wald, aus Bergen und Tälern, mit tausenden Farben und einer Masse von Bewohnern. Kleine, grosse, bunte, farblose, spitze, runde usw. Dieser erste Eindruck vom Schnorcheln, im bereits anrückenden Sonnenuntergang, war wirklich fantastisch.

Es wurde höchste Zeit den Heimweg anzutreten, da wir ansonsten die Steine im Flussbett nicht mehr sehen konnten. Und wenn es ganz dicke kommt war die Ebbe soweit fortgeschritten, das wir das Boot garnicht mehr durch den Fluss bekommen. Durch die letzten dunkelroten Strahlen der Sonne und die ein oder andere grosse Welle liefen wir die Flussmündung an. Lee und Lohan freuten sich schon auf das Essen. Auf traditionelle Art im Wok und auf offenem Feuer zubereitet.
Traditionell war in diesem Fall: Fisch nehmen, Öl auf sauheiss erhitzen und ab mit dem Fisch in den Wok. Braten, brutzeln und das letzte Zappeln, schon ist das Abendessen fertig. Ohne Ausnehmen oder sonstiges. Dazu Reis und Sosse die einer Salzvergiftung nahe kommt. Ohne Sosse und mit Reis liessen wir uns die frischen Fische schmecken. An alle Aquariumbesitzer: Endschuldigung aber sie schmeckten uns sehr gut! :-)

Sunset

Dazu noch eine Art Reiswein und die Stimmung stieg. Wir lachten und sassen um das Feuer unter Lohans Hütte. Uns interessierte was Lohan, Lee und Saroeun über die Hotelneubauten und die Veränderungen hier dachten. Für uns war es wieder komisch zu sehen wie die Landschaft verschandelt wurde. Überall stehen halbfertige Hotels oder deren Ruinen. Doch die Drei waren alles andere als unzufrieden. Klar waren sie nicht reich und klar wurde IHR Land veraendert. Aber sie sagten alle drei einstimmig es sei gut wenn mehr Touristen kommen und sie seien sehr froh darüber das sich das Land veraendert.
Viele amerikanische und koreanische Investoren seien gekommen und hätten die Inseln gekauft aber schliesslich springe da auch immer ein Job fuer Einheimische bei ab. Also unterm Strich gut!

Saroeuns Familie wartete bereits auf ihn und bei uns zeigte der Reiswein langsam Wirkung. So verabschiedeten und bedankten wir uns bei allen fuer den geilen Tag. Zusammen mit Saroeun und seiner Rikscha fuhren wir durch die Nacht zurueck zum Hostel.

Heute nur ein paar wenige Bilder vom Tag...

dafür aber heute Abend noch das Video zum Ausflug.

 

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