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René und Nicole hatten den Flug und die anschließende Fahrt gut überstanden und so trudelten sie gegen Nachmittag bei uns ein. Die Freude war groß, denn wenn man ganz ehrlich ist, so vermisst man seine Freunde doch schon sehr. Wir waren glücklich sie zu sehen und konnten es garnicht abwarten die ersten Pläne für den Tag zu schmieden.
Es standen eine Kanutour und Schnorcheln auf der "Four Island Tour" zur Auswahl. Letzteres wurde gewählt und pünktlich um acht Uhr morgens am nächsten Tag wurden wir abgeholt. Kein Taxi oder keine Rikscha, sondern gleich ein Kleinlaster sammelte uns ein. Das Erstaunen über solch ein großes Transportmittel war schnell verflogen als wir zwei Straßen weiter dann eine zehnköpfige Gruppe aus Japan aufgabelten. Es klickte und roch streng nach Sonnenmilch, ein richtiges Tourigefühl machte sich breit.

Unsere Freude über das Bevorstehende war so groß, dass wir auch dieses Mal alles Negative ausblendeten. Um Kosten zu sparen hatten wir ein traditionelles thailändisches Holzboot für den Ausflug gewählt und keines der vor Kraft strotzenden Speedboote.
Die erste Insel ließ nicht lange auf sich warten und "Poda Island" lag in voller Pracht vor uns. Noch ein belehrender Satz vor der Ausgabe der Schnorchel dämpfte unsere Euphorie nur wenig. Wir sollten doch bitte Acht geben auf die giftigen Quallen und wenn möglich nicht auf die Seeigel treten. Kein Problem! Die größte Gefahr ging aber nicht von den Naturschönheiten aus, sondern vielmehr von den umher rasenden Speedbooten und ihren mixerähnlichen Antriebsschrauben. Das würde lecker werden wenn dich so ein Ding überfährt. Lecker für die Fische.
So formierten wir eine kleine Gemeinschaft um uns, bestehend aus: René nebst Freundin Nicole (Aachen), Sven (Schweden) Roni (Israel) und uns zweien (Simon & Paul). Quasi fest nach der Formel der Fische: In der Gruppe sind wir sicher. Wir schnorchelten das Riff entlang und uns eröffnete sich eine Welt der Formen und Farben. Tausende Augen waren auf uns gerichtet und es wimmelte nur so von kleinen, großen und sehr großen Fischen um uns herum. Die Korallen leuchteten in voller Pracht und wir konnten uns garnicht satt sehen an diesem Schauspiel der Natur. Es war wie das Betreten eines neuen Planeten.
Diese Welt schien unersättlich an Neuem und die halbe Stunde die wir Zeit hatten verflog in gefühlten Sekunden. Zurück im Boot bzw. am Boot haben wir dann auch die liebe Gruppe aus Japan wieder gesehen. Sie waren alle damit beschäftigt ihr mitgebrachtes Toastbrot in das Meer zu befördern. Nicht Stück für Stück um am meisten davon zu haben. Nein, alles auf einmal und am besten noch mehr! Das ist doch mal wahrer, naturnaher Tourismus. :-)

Aber einen Vorteil hatte das Ganze, wir schwommen durch ein Meer aus Fischen. Einmalig! Nächster Halt "Chicken Island" und der Name passt wirklich zur Insel. Sie hat die Form eines Hühnerkopfes der aus dem Meer ragt. Zwar ist dieser "Hühnerkopf" knappe hundert Meter hoch aber die Ähnlichkeit ist verblüffend. Angekommen auf der Insel gab es unser Mittagessen, das die ganze Zeit brav in einer Plastikbox, mitten in der prallen Sonne, auf uns gewartet hatte. Passend zur Insel, Spiegelei mit Reis. Das Ei war dann doch etwas zu risikoreich und so begnügten wir uns mit dem gekochten Reis. Zur eigentlichen Hühnerinsel führte eine Sandbank die ca. 1,5 Meter unter dem Wasser lag. Also Kameras hoch und langsam durch das Wasser waten. Karibik pur oder zumindest das was man sich darunter vorstellt. Weiße Strände, kristallklares Wasser und ein Dschungel der seines Gleichen sucht. Die anwesenden Menschenmassen konnte man sich an manchen Stellen wegdenken und es war ein Traum.
Auch hier vergingen die 1,5 Stunden Aufenthalt im Fluge. "Railey Beach" und anschließend "Phranang Cave" waren die letzten Ziele. Ein äusserst exklusiver Strand, mit äusserst exklusiven Hotels. Besonders schön und auf jeden Fall einen Ausflug wert, waren die Höhlensysteme. Es sind Tropfsteinhöhlen und kleine Gänge die einladen zum erkunden. Von Fledermäusen über Fischadler haben wir alles erspähen können. Es ist schon ein wahres Wunder wie auf so steilen und menschenunfreundlichen Felsen, eine Natur in solcher Vielfalt gedeien kann. Natur besiegt Mensch, passt da sehr gut.

Man findet in den Höhlen und Gängen so manches Fossil und sehr viele Edelsteine. Die Suche nach Muscheln und glitzernden Steinen beschäftigte uns dermaßen, so dass wir doch beinahe unsere Abfahrt verpasst hätten. Angekommen auf dem Schiff gab es noch für jeden ein Stück Wassermelone oder gerne auch zwei und wir legten ab Richtung Heimathafen. Es war ein wunderschöner Tag unter Freunden und es tat unwahrscheinlich gut mal wieder mit ihnen rumzuhängen. Danke an dieser Stelle für den geilen Tag mit euch! Am Abend wollten wir uns dann schon gegenseitig essen, da alle eine leichte Färbung von frisch gekochtem Hummer hatten. Das nächste Mal bitte nur noch mit T-Shirt schnorcheln oder zumindest Lichtschutzfaktor 100! :-)
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